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Gemeinsam den Ausbau grenzüberschreitender Mobilität voranbringen

Die Niederlande und Deutschland setzen sich gemeinsam für den Ausbau der Bahnstrecke für den Personennahverkehr zwischen Coevorden, Neuenhaus und Bad Bentheim ein. Zu diesem Zweck haben mehrere Parteien, darunter die Staatssekretärin im Niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Vivianne Heijnen, der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Berend Lindner und die Gedeputeerde von Drenthe Nelleke Vedelaar, heute im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Stadt Coevorden ist über eine Bahnstrecke der Bentheimer Eisenbahn an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Derzeit wird diese verbindung zwischen Coevorden und Neuenhaus nur für den Güterverkehr genutzt. Mit der Absichtserklärung setzen sich das Niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, das Land Niedersachsen, der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Bentheimer Eisenbahn AG, ProRail B.V. und die Provinz Drenthe dafür ein, diese Bahnstrecke für den Personenverkehr auszubauen. Im kommenden Jahr wollen die Parteien die Pläne zusammen weiterentwickeln, um im Jahr 2023 eine endgültige Entscheidung über die Realisierung zu treffen. Die Parteien streben gemeinsam an, dass bis Ende 2025 auf dem Abschnitt Coevorden-Neuenhaus-Bad Bentheim, der Teil der Eisenbahnrelation Emmen-Rheine ist, eine durchgehende Zugverbindung im Stundentakt besteht. Dr. Michael Kiehl, Landkreis Grafschaft Bentheim: „Mit der heutigen Unterschrift kommen wir unserem gemeinsamen Ziel deutlich näher, ab 2025 eine direkte und stündliche Zugverbindung für den Personenverkehr zwischen Bad Bentheim und Coevorden zu realisieren. Diese Streckenreaktivierung ist ein wichtiger Baustein für das, was wir noch vorhaben, nämlich weitere Verbesserungen auf der Achse Groningen-Emmen-Rheine und die Reaktivierung der Verbindung Bad Bentheim–Gronau.“Staatssekretärin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Vivianne Heijnen: Gute grenzüberschreitende öffentliche Verkehrsverbindungen sind für mich sehr wichtig. Ich komme selbst aus einer Grenzregion und weiß, wie wertvoll es ist, wenn man nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos über die Grenze reisen kann. Es sorgt dafür, dass Studierende problemlos auf der anderen Seite der Grenze studieren können und, dass man mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren kann, wenn man in den Niederlanden wohnt und in Deutschland arbeitet oder umgekehrt. So kann für eine stärkere Zusammenarbeit und Verbindung zwischen den Grenzregionen gesorgt werden“.

Diese neue Eisenbahnverbindung für den Personenverkehr wird zur Stärkung der Wirtschaft und der grenzüberschreitenden Mobilität in Südost-Drenthe und der Grafschaft Bentheim im westlichen Niedersachsen beitragen. Die Bahnverbindung ist eine nachhaltige und schnelle Alternative zum Pkw und der bestehenden Busverbindung. Auch bedeutet dies einen erheblichen Zeitvorteil für die Reisenden. Zum Beispiel beträgt die Ersparnis auf dem Weg zwischen den Städten Emmen und Nordhorn 40 Minuten im Vergleich zu heute. Bad Bentheim hat eine gute Anbindung an Züge in und aus Richtung Osnabrück, Hannover und Berlin. Dies wird es in Zukunft für Menschen auf beiden Seiten leichter machen, jenseits der Grenze zu arbeiten und zu studieren. Auch Touristinnen und Touristen werden davon profitieren: In den Niederlanden schließt die neue Verbindung an die „Vechtdallijn“ an. Das Vechtdal ist ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende. 

Gedeputeerde Nelleke Vedelaar: „Diese Verbindung wird uns wirklich helfen, noch mehr als eine Region zu funktionieren, ohne dass jemand die Landesgrenze als Hindernis erleben muss.“

Staatssekretär Dr. Berend Lindner: „Eine Verlängerung der Verbindung nach Coevorden war von Anfang an die erklärte Vision auf beiden Seiten der Grenze, denn das Projekt wird diese ländlich geprägte, aber wachsende Region weiter stärken. Für Niedersachsen ist es ein besonderes Anliegen, die Reaktivierung eng zu begleiten. Denn der Prozess ist nicht nur ein Zeichen für ein gewachsenes Europa, sondern auch ein klares Statement für einen nachhaltigen ÖPNV.“

Die Umsetzung des Projekts beinhaltet auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Kommunen entlang der Strecke: der Gemeinde Coevorden, der Gemeinde Emmen, der Samtgemeinde Emlichheim, der Samtgemeinde Neuenhaus, der Samtgemeinde Schüttorf, der Stadt Nordhorn und der Stadt Bad Bentheim.

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Auftrag im Reaktivierungsvorhaben des zweiten Streckenabschnitts Neuenhaus – Coevorden (NL) der Bentheimer Eisenbahn AG erfolgreich vergeben

Seit dem 7. Juli 2019 pendeln die Züge der Bentheimer Eisenbahn AG erfolgreich im Stundentakt auf der BE-eigenen Strecke zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus. Noch im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen erneut den Zuschlag für den Betrieb der Regionalbahnstrecke bis Dezember 2036. Seit Planungsbeginn des Reaktivierungsprojektes war jedoch klar, eine Reaktivierung der gesamten Bahnstrecke bis nach Coevorden (NL) ist das Ziel. Im Juli 2021 stellte der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann bei seinem Besuch in Neuenhaus, Hoogstede und Emlichheim das Signal auf „grün“ für die Weiterführung der Strecke bis nach Coevorden Der Auftrag für die Generalplanungsleistungen für diese Maßnahme konnte nun nach dem offiziellen Ausschreibungsverfahren an die LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH vergeben werden.

v. l. Bernd Vogelsang (Lindschulte), Thomas Schaller (Lindschulte), Joachim Berends (Bentheimer Eisenbahn), Christian Vrielink (Lindschulte), Arne Jan Hellweg (Aufsichtsratsvorsitzender Bentheimer Eisenbahn), Gerd Will (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender Bentheimer Eisenbahn), Ralf Uekermann (Bentheimer Eisenbahn), Jocelyn Haste (Lindschulte)

Die Reaktivierung des Streckenabschnitts von Neuenhaus bis nach Coevorden ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt erstreckt sich von Neuenhaus bis an die niederländische Grenze. Der zweite Bauabschnitt beginnt an der niederländischen Grenze und endet in Coevorden. Insgesamt belaufen sich die Baukosten der gesamten Strecke auf etwa 30 Mio. €. Im ersten Bauabschnitt wird mit einer Investition von rund 20 Mio. € geplant, für die zweite Bauphase sind aktuell rund 9,7 Mio. € kalkuliert. 

Die Baumaßnahmen im ersten Teilabschnitt umfassen den Neubau von Kreuzungsgleisen, Gleissanierungen, Bodenverbesserungen sowie den Neubau eines Bahnhofs in Emlichheim und der drei weiteren Haltepunkte in Veldhausen, Hoogstede und Laarwald. Zudem wird die vorhandene Leit- und Sicherungstechnik gemäß den Anforderungen für den Schienenpersonennahverkehr modernisiert.

Im zweiten Bauabschnitt ab der niederländischen Grenze bis nach Coevorden wird ebenfalls die Leit- und Sicherungstechnik an die Anforderungen des Schienenpersonennahverkehrs angepasst. Weiterhin erfolgt im Rahmen der Baumaßnahmen der Umbau der Drehbrücke in Coevorden und eines neuen Haltepunktes im Europark Coevorden.

Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahmen von Neuenhaus bis nach Coevorden ist bis 2026 geplant. Die Baumaßnahmen des Streckenabschnitts von Neuenhaus bis Emlichheim sollen bis voraussichtlich 2025 fertig gestellt sein.

Der Planungsauftrag für die Ingenieurleistungen beläuft sich auf rund 4,4 Mio. €.